Höselbarth-Lay-Index
Brand-Index für die Top 25 Beratungsunternehmen

Index25

Frankfurt, Presseinformation Februar 2004


BCG fÜhrt Spitzentrio der Berater fÜr Banken an

The Boston Consulting Group (BCG) ist die stärkste Marke für die Beratungsdienstleistung bei Banken. Gefolgt von McKinsey und Droege & Comp. dominiert ein Spitzen-Trio das Ranking der Unternehmensberatungen in diesem Bereich. Dies ergab eine repräsentative Umfrage unter 92 Vorständen und Führungskräften von Finanzdienstleistungsunternehmen in Deutschland, die jetzt von dem Markenberater Frank Höselbarth und dem Managementberater und Jesuitenpater Rupert Lay durchgeführt wurde.


Brand-Index von Höselbarth-Lay zeigt erstmalig ein branchenspezifisches Bild
Die Umfrage unter den Banken erfolgte mit der Zielsetzung, die führenden 25 Beratungsmarken für diese Branche zu ermitteln. Dabei handelt es sich um die erste branchenspezifische Studie zur Markenstärke von Unternehmensberatungen. Im September 2003 hatten Höselbarth und Lay ihre Ergebnisse zunächst in einer branchenübergreifenden Fassung veröffentlicht, ebenfalls die erste dieser Art.

Zum Kreis der fünf stärksten Beratungsmarken für Banken zählt neben den genannten Häusern weiterhin die IT-Beratung Accenture, gefolgt von BoozAllen & Hamilton. Acht der zehn führenden Beratungen für Banken sind klassische Management-beratungen. Zwei Beratungsgesellschaften mit ausgeprägtem IT-Hintergrund konnten die seinerzeit branchenübergreifend ermittelten Top-10 Positionen nicht behaupten: im September 2003 hatten Cap Gemini Ernst & Young (CGEY) und CSC Ploenzke die Plätze 7 und 8 eingenommen.

An ihre Stelle rücken in die Top-10 Liste zwei Managementberatungen, und zwar Booz Allen & Hamilton auf Platz 5 sowie Bain & Company um zehn Plätze verbessert auf Rang 8. Laut aktueller Umfrage zählen beide Beratungen damit ebenfalls zu den Schwergewichten mit einem Bankenfokus. Mercer erreichte mit dem Rückenwind der Fusion mit dem Risikospezialisten OliverWyman den größten Sprung nach vorne und belegte von Platz 20 im allgemeinen Brand-Index den Rang als sechststärkste Bankenberatung.

Demgegenüber verloren Roland Berger Strategy Consultants und A.T.Kearney im Bankenumfeld leicht an Positionen, gehören aber weiterhin zu den zehn führenden Brands in der Bankenberatung. Neu im Brand-Index der führenden 25 Unternehmensberatungen ist Horvath. Dafür sorgten die positiven Voten der befragten Banker.

Return on Consulting: Schlüsselkriterium ist der Nutzen der Beratungsleistung

Die deutschen Banken- und Sparkassenvorstände setzen BCG auf Platz 1 und beurteilen McKinsey gleichrangig mit Droege auf Position 2, wenn es um den verbesserten wirtschaftlichen Kundennutzen eines Return on Consulting geht. In dieser wichtigsten Kategorie setzt sich das Spitzentrio am deutlichsten gegenüber allen restlichen beurteilten Beratungsgesellschaften ab.

Mit einigem Abstand folgen auf den Plätzen 4 und 5 die Berater von Accenture und Mercer. Mercer hat in diesem Beurteilungskriterium im Vergleich zum branchenübergreifenden Index aus dem vergangenen Jahr einen großen Sprung nach vorn gemacht und wird um 13 Plätze besser beurteilt. Auch Bain hat branchenspezifisch aufgeholt: die Consultants haben sich vom 22. auf den 8. Rang verbessert. Aus den Top-10 dagegen herausgefallen sind AT Kearney, Roland Berger Strategy Consultants, CSC Ploenzke und Cap Gemini Ernst & Young.

Imagevorteile für die klar positionierten Beratungsgesellschaften

BCG genießt auf den Vorstandsetagen von Finanzinstituten den besten Ruf. Die Strategieberatung bestätigt damit ihr führendes Image, das sich bereits aus der branchenübergreifenden Umfrage ergab.

Die großen und bekannten Beratungsgesellschaften, die stark polarisieren, sind laut Umfrage Accenture, CSC Ploenzke, IBM Global Services und SAP SI bei den Managementberatungen scheiden sich die Geister vor allem an Roland Berger Strategy Consultants. Den genannten Gesellschaften stehen starke positive ebenso wie kritische Stimmen gegenüber.

Weder Bekanntheit noch Umsatzvolumen wirken direkt proportional auf die Markenstärke. Größe macht sichtbar, qualifiziert aber noch nicht zur Marke. Dieser Trend, der sich bereits in der branchenübergreifenden Umfrage abzeichnete, bestätigte sich auch in der branchenbezogenen Studie bei Banken. Danach sind es die eher mittelgroßen und klar positionierten Beratungsunternehmen mit Umsätzen zwischen 40 und 200 Mio €, die in der Markenreputation bei Bankern hoch im Kurs stehen.

Außer McKinsey, BCG und Accenture sind die größeren Beratungen laut der Bankenumfrage zur Zeit eher im Rückwärtsgang begriffen. Von den Milliarden-Deals im Outsourcing-Geschäft des Finanzsektors sind keine erheblichen Impulse für die Markenbildung feststellbar, lediglich Accenture konnte durch IT-Auslagerungen bei Großbanken seinen Verkehrswert als Marke festigen.

Bekanntheit allein macht noch keine starke Marke
McKinsey übertrifft BCG knapp in puncto Markenbekanntheit, die im Bankenumfeld bei annähernd 100 Prozent liegt. Bekannt sind vor allem die Großen und die Internationalen: CSC Ploenzke, Accenture und CGEY genießen eine Markenbekanntheit zwischen 89 und 85 Prozent bei Führungskräften von Banken und erzielen damit direkt nach BCG, McKinsey und Roland Berger Strategy Consultants die Spitzenwerte in der sogenannten Brandawareness. Auf den weiteren Top-10 Plätzen folgen AT Kearney, Booz Allen & Hamilton, Arthur D. Little sowie BearingPoint.
Die Bekanntheit allein sagt allerdings noch nicht genügend über die Markenstärke aus: Beratungen mit einer Markenbekanntheit jenseits der Top-10 oder gar des letzten Drittels der Bekanntheitsskala kommen in der Summe auf deutlich höhere Werte für die Markenstärke. Laut Umfrage steigt Droege & Comp. mit einer Bekanntheit von nur 65 Prozent unter Banken von Rang 11 auf Rang 3 in der gesamten Bewertung für die Markenstärke. MercerOliverWyman klettert von Platz 18 in der Bekanntheitsskala mit 52 Prozent auf Platz 6.

Beratungsmarken mit hohem Potenzial und nachweislichem Return on Consulting, die heute in der unteren Hälfte des Bekanntheitsgrades rangieren, können durch gezielte Kommunikation mittelfristig erhebliche Veränderungen in der Markenwahrnehmung auslösen.

Brand-Index: Kundenbarometer und Navigationsinstrument für Consulting
Mit der aktuellen Umfrage haben Höselbarth und Lay jetzt die erste branchen-spezifische Studie über den Markenwert von Unternehmensberatungen vorgelegt. In monatlicher Folge sollen die Umfrageergebnisse aus 12 Branchen veröffentlicht werden, in denen der branchenspezifische Brand-Index der 25 führenden Beratungen ermittelt wird. Bisher liegen von mehr als 350 Führungskräften die Ergebnisse vor. Die Befragungen werden über das gesamte Jahr weiter fortgeführt. Im Februar sollen die Umfrageergebnisse der führenden Beratungen aus dem Public Sector dargestellt werden, im März folgt der Brand-Index der Top-25 Beratungen im Handel. Der Fragebogen und die bereits vorliegenden Ergebnisse der Umfragen sind unter www.hoeselbarth-lay-index.com verfügbar.

Der neue Brand-Index übernimmt eine doppelte Funktion: Zum einen ist er ein Spiegel für die Berater, der aus der Kundensicht Auskunft erteilt, wo die Beratungs-gesellschaften als Marke stehen. Zum anderen gibt er den Unternehmen ein exaktes Navigationsinstrument an die Hand, anhand dessen sich die Führungskräfte über die Stärken und den Ruf von Beratungen orientieren können. Es ist die Überzeugung der beiden Autoren des neuen Brand-Index, dass erst durch die Umfrageergebnisse der zwölf Branchen-Portraits beide Aspekte des Index ihre volle Wirkungskraft entfalten.




Ihr Ansprechpartner:
Dr. Frank Höselbarth
people + brand agency
Gutleutstrasse 94
60329 Frankfurt/Main
T 069 - 24 00 56 55
F 069 - 24 00 58 61


Frankfurt, Presseinformation September 2003

MARKE, IMAGE UND GEWINN

Wie läßt sich frischer Wind berechnen?

Seit über hundert Jahren orientieren sich Analysten, Makler und Unternehmer am Dow Jones Index, wenn sie sich ein Bild über das Auf und Ab der Marktentwicklung machen wollen. Solche zuverlässigen Indizes, die aktuelle Entwicklungen in humanen Ressourcen beschreiben könnten, fehlen bis heute. Das Problem dafür liegt auf der Hand: Wie sollen sich die Quersummen aus „soft skills“ wie Fachkompetenz und Berufserfahrung oder Marktpräsenz und Imagefaktor mittels Statistik und Kurven berechnen lassen?
Eine Sympathie- und Kompetenzskala unter Consulting-Firmen aufzustellen, erscheint schon deshalb unmöglich. Doch genau dieser Aufgabe haben sich der Personalberater Frank Höselbarth und der Managementberater Professor Rupert Lay aus Frankfurt/Main gestellt. Sie recherchierten in den Chefetagen von 121 Spitzenunternehmen, untersuchten den Ruf der 25 besten Unternehmens-beratungen im deutschen Kontext. Für den neuen Brand-Index nutzen sie in modernisierter Form die gleiche Methode, die schon 1898 Mr. Dow und Mr. Jones ihren Berechnungen zu Grunde legten - die empirische Umfrage.
Drei Kriterien standen bei den Forschungen von Höselbarth und Lay ganz besonders im Vordergrund: Bekanntheit des Instituts, Ruf der Firma und faktischer Anstieg im Betriebsergebnis nach Abschluß der Beratung. Die nachfolgende Studie brachte erstaunliche Ergebnisse und relevante Zusammenhänge zu Tage.

  • Wodurch charakterisiert sich Consulting und wird zu mehr als der jüngeren Schwester einer Wirtschaftsprüfung
  • Wie entwickelte sich die Reputation von Beratungsarbeit?
  • Stimmt das Image der „bad guys“ als Meckerer ohne Verantwortung?
  • Nachhaltig oder nicht - wie läßt sich frischer Wind im Unternehmem berechnen?
  • Markenbildung und Qualität
  • Relaunch bei Traditionsadressen

Nach seiner Einführung soll der Brand-Index zukünftig in regelmäßigen Abständen von den Experten der Beratungsentwicklung auf neuesten Stand gebracht werden. Doch schon heute sind Tendenzen zu erkennen. Der aktuelle Spitzenreiter in Sachen Bekanntheit ist eine Elitemarke unter den Beraterfirmen - das 1926 in Chicago gegründete Unternehmen Mc Kinsey. Im Vergleich dazu wirkt eine Adresse wie Stern Stewart beinahe noch als Geheimtip, bei dem sich jedoch ein vergleichsweise hoher Koeffizienten in der Nenngröße Wirtschaftlichkeitsanstieg nachweisen ließ.
Und wie sehr ein „Return on Consulting“ messbar sein kann und muß, ist eine der überraschend klaren und unmißverständlichen Lektionen aus der Brand-Index-Studie. Leeres Zukunftspalaver hat in der Branche nichts zu suchen. Nur konkrete und zielorientierte Ergebnissuche auf vertrauensvoller Basis kann auf lange Sicht die wichtigste Regel für eine erfolgreiche Berater-Arbeit sein. In diesem Fall bildet sich aus gutem Ruf, Qualität und Image manche Berater-Marke selbst als „brand“. Das jedenfalls unterstreichen die Umfrage-Ergebnisse und belegen es mit Name und Adresse. Ganz nach der alten Devise: Trau Schau Wem.

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Drei Dinge braucht die Marke

Neuer Brand-Index für Unternehmensberatungen / Umfrage bei 121 Unternehmen über die Top 25 Beratungsmarken / Sieben Beratungsfirmen mit Bekanntheit über 80 Prozent / Erfolgreiche Umbenennungen von Accenture, BearingPoint und CGEY / Geteilter Ruf / Fünf Beratungen mit hohem „Return on Consulting“ / Umsatz contra Marken-stärke / McKinsey ElitemarkeFrankfurt, im September 2003.

Die Funktion der Unternehmensberatung wird von Unternehmen heute häufig verkannt. Denn es gibt einen Glauben an die Beratung, der mittlerweile schon einen fast religiösen Charakter trägt. Beratungen werden ersucht zur Erhörung der „religösen Bitte“ nach dringender wirtschaftlicher Gesundung. Die Beratungs-Marke erscheint oft als die Projektion dieser Glaubensbitte. Dagegen liegt in einer nüchternen Betrachtung die Funktion einer Beratung darin, effiziente Unternehmensstrukturen zu schaffen, die dann durch fähige Führungspersönlichkeiten besetzt und ausgestaltet werden können.
Dabei stellen sich drei Dinge heraus, die eine Beratung zur Marke machen: Bekanntheit, guter Ruf und ein erhöhtes Betriebsergebnis bei den Kunden. Das sind die drei Kriterien, nach denen der Personal- und Markenberater Frank Höselbarth und der Managementberater Professor Rupert Lay die Top25-Unternehmensberatungen auf ihren Markenwert untersucht und in einem neuen brand-index jetzt veröffentlicht haben. In einer empirischen Studie wurden im Juli und August dieses Jahres die Führungskräfte von 121 Unternehmen befragt, welche Unternehmensberatungen Ihnen bekannt seien, inwieweit durch eine Beratungsleistung das Betriebsergebnis erhöht wurde und ob der Ruf der Beratungen eh er positiv oder negativ besetzt sei. Die Summe aus den drei Kriterien bilden den Autoren zufolge den Indikator für die Markenstärke der Unternehmensberatungen.
Laut neuem Höselbarth-Lay-Index gehören zu den zehn führenden Beratungs-Marken sechs Managementberatungen, und zwar in der Reihenfolge McKinsey, Boston Consulting Group, A.T.Kearney, Roland Berger, Droege & Comp. sowie SternStewart. Die führende Unternehmensberatung aus dem Kreis der Systemintegrations- und IT-Beratungen ist dem neuen Index zufolge Accenture, gefolgt von Cap Gemini Ernst & Young, CSC und BearingPoint. Sieben Beratungsmarken haben einen Bekanntheitsgrad von 80 Prozent und mehr, angeführt von McKinsey mit einer sog. „brandawareness“ von 100 Prozent bei der Industrie in Deutschland.
Den besten Ruf genießt BCG vor McKinsey, und in einem gewissen Abstand folgen A.T.Kearney (Platz 3), Roland Berger (4) sowie SternStewart (5) als geschätzte Beratungsmarken. Die empirische Umfrage wurde zu einem Zeitpunkt durchgeführt, als sämtliche Rebrandings unter den Unternehmensberatungen durchgeführt waren, insbesondere die Neubenennungen der ehemaligen Beratungstochterunternehmen der Wirtschafts-prüfungsgesellschaften. Der Bekanntheitsgrad der neufirmierten Beratungstöchter der sog. Big-5 der WP-Gesellschaften liegt demnach zwischen 87 Prozent für Cap Gemini Ernst & Young, 80 Prozent für Accenture, sowie je 75 Prozent für BearingPoint und IBM Global Services. Gemessen an den überdurchschnittlich hohen Bekanntheits-graden zwischen 87 und 75 Prozent in kurzer nach den Namenseinführungen können die Rebrandings insgesamt auf dem deutschen Markt als gelungen bezeichnet werden. Die Bekanntheitspotentiale für die neuen Marken, die ihre Chance eines Neuanfangs als Marke alle genutzt haben, dürften nach wenigen Jahren schätzungsweise bei jeweils etwa 90 Prozent liegen.
Auch die Zurücknahme der vorgesehenen Umbenennung von Deloitte Consulting in Braxton erweist sich bezogen auf den ermittelten Bekanntheitsgrad von 69 Prozent als nachträglich erfolgreich. Im Gesamtergebnis zählen drei der jungen Beratungsnamen, die sich aus ihrer alten Markentradion konstruktiv herausgelöst haben, zu den Top10-Marken, nämlich Accenture, vormals Andersen Consulting und BearingPoint, vormals KPMG Consulting sowie die aus dem Merger hervorgegangene Beratungsgesellschaft Cap Gemini Ernst & Young. Eine smarte Annäherung an die Bedürfnisse der Unternehmen, Geschäftsprozesse und Informationstechnnologie in einem „One-stop-shopping“ zu verbinden, erreicht beispielsweise BearingPoint durch die Markenaussage „Business and Systems Aligned“.
Kritischer als die brandawarness ist der Ruf der Beratungen als Marken zu betrachten. Auch die beiden relativ zu den anderen Beratungen führenden Gesellschaften BCG und McKinsey erreichen in der Gesamteinschätzung der Unternehmen auf der Sympathieskala lediglich den Ruf „eher positiv besetzt“. Stark positiv oder gar libidinös besetzt, wie dies bei manchen Industriemarken wie Nike, Chanel oder Persil der Fall ist, ist keine Beratungsmarke. Benchmarking mit der Markenartikelindustrie scheint demnach für Consultingunternehmen verfrüht oder unrealistisch.
Die Reputation der Beratungen bei Unternehmenslenkern ist geteilt; bei einigen Vorständen und Geschäftsführern stehen Beratungen im besten Ruf, dieselben consultancies sind aber bei anderen Unternehmen eindeutig negativ besetzt. Die Beratungsunternehmen, an denen sich die Geister hinsichtlich des Rufes am meisten scheiden, sind der Umfrage zufolge McKinsey, Roland Berger Strategy Consultants, Droege, und auch Accenture polarisiert stark. Die einen lieben und schätzen eine Beratung, von anderen werden Consultancies als Negativ-Marke erlebt. Die Gründe für den geteilten Ruf von Beratungen sind sicherlich unterschiedlich. Manche Berater müssen die Rolle der „bad guys“ methodisch spielen, um die Autorität bei Rationalisierungs-maßnahmen zu behalten. Arrogantes Verhalten wirkt dabei allerdings immer imagezerstörend. Der „Stil“, der sich erheblich in der Sozialkompetenz der Berater ausdrückt, gehört sicherlich zu den bedeutendsten Differenzierungsfaktoren in der Markenbildung einer Beratung.
Hinsichtlich der variierenden Wahrnehmung der Reputation von Beratungsunternehmen ist zu berücksichtigen, daß notwendige Restrukturierungsprojekte, die oftmals einen starken und schmerzhaften Einschnitt in die gesamte Organisation bedeuten, unternehmensseitig immer differenzierter und kritischer beurteilt werden als dies etwa bei einer Strategiestudie oder Prozessoptimierung der Fall ist. Der Ruf einer eher negativ besetzten Berater-Marke kann daher auch zum Ausdruck bringen, daß die Consultants ihren job als harte Veränderer und „Performance-Messer“ in einer Organisation professionell getan haben. Beratung ist nicht unbedingt eine „Wir-haben-uns alle-ganz-lieb“-Veranstaltung, in der es um das Einsammeln von Sympathiepunkten ginge.
Die emotionale Besetzung einer Marke bezeichnet denn auch eher den weichen Image-Faktor. Der subjektive Ruf einer Marke ist eine intuitive Wahrnehmung, die noch vor der präzisen Positionierung des Markeninhaltes liegt. Als kleinster gemeinsamer Nenner ist der Ruf als der „softe“ Anteil einer Marke jedoch sehr brauchbar, da er zumindest intuitiv alle Attribute einer Marke enthält und erfahrbar macht, bevor sie begrifflich ausdifferenziert wird.
Als harten und irreduziblen Kern einer Beratungs-Marke bestimmt der neue Index die Erhöhung des Betriebsergebnisses durch eine Beratungsleistung. Diese ist in betriebs-wirtschaftlich klaren Kennziffern messbar. Unter diesem Nutzen-Aspekt einer erhöhten Wertschöpfung für Unternehmen ist McKinsey die deutlich führende Beratungsmarke. Laut Umfrageergebnis zieht Droege & Comp. auf Platz 2 knapp an BCG vorbei. Accenture und A.T. Kearney folgen dicht auf den Positionen 4 und 5. Diese fünf Unternehmens-beratungen liegen zuerst im „relevant set“ der Vorstände, wenn es um Erhöhung des Betriebsergebnisses geht.
Ein Dualismus an der Spitze der Beratungen zwischen McKinsey und BCG wird durch den Markenfaktor Betriebsergebnis aufgebrochen und erweitert zu einem modernen Fünfkampf zwischen McKinsey, BCG, Droege, Accenture und A.T.Kearney. Gegenwärtig hat unter diesem Aspekt McKinsey die strategische Lufthoheit. Die Abstandsmessung zu den beiden führenden Beratungsmarken zeigt laut Brand-Index, daß mehrere Beratungen mit hohem Markenpotential in den Kreis der Elite-Beratungen aufgeschlossen haben. Die laut Index im Gesamtergebnis drittstärkste Beratungs-Marke A.T.Kearney erreichte den Sprung zu hoher Visibilität, indem durch eine mehrjährige interne und externe Kommunikation neben der Hervorhebung der professionellen Arbeit der Berater deren „Intellectual Capital“ als starker image-bildender Faktor betont wurde. Roland Berger Strategy Consultants prononcierte durch den neuen Subtext in der Wortmarke ebenfalls die strategische Management-Kompetenz.
Der „hard factor“ des erhöhten Betriebsergebnisses schließt Nachhaltigkeit der Beratungsleistung ein. Eine lediglich kurzfristige G+V-relevante Quartalsorien-tierung wirkt nicht unbedingt markenbildend Verglichen mit dem relativ niedrigen Bekanntheitsgrad von 32 Prozent bei den Entscheidern nimmt SternStewart durch das Produkt EVA (Economic Value Added), das wettbewerbs-unterscheidenden Markencharakter besitzt, einen hohen 7. Rang in Bezug auf Werterhöhung bei Unternehmen ein. Das vor kurzem noch als „Hidden Champion“ eingeschätzte

Beratungshaus ist durch die gemessene Steigerung von Wertbeiträgen nicht mehr verborgen, sondern entdeckter Champion. Was schon Marke geworden ist, ist auch nicht mehr Geheimtip unter Insidern. „Die Voraussetzung der natürlichen Markenbildung ist die Warenqualität“, betont Hans Domizlaff die erste von 22 Grundregeln einer Marke. Die Kernleistung der Markenbildung des immateriellen Informations-Produktes „Beratung“, das weichgespült allgemein als people-business bezeichnet wird, liegt dem Index zufolge in der finanziellen Wirksamkeit der Beratungsleistung. An der nachhaltigen Erhöhung des Betriebsergebnisses gewinnen Wissens-Marken produkthafte Warenqualität. Werthaltiger Beratung liegt eine „Philosophie des Geldes“ zugrunde. Consulting ist nicht die „Blaupause“ für den Vorstand, sondern wird erst markenfähig durch kennzifferngeleitete Umsetzung von Unternehmens-zielen, die in einem „Return on Consulting“ messbar wird. Ein „Strömungsabriss“ zwischen Strategie und Realisierung höhlt eine Marke von innen aus. Beratung ist kein leeres Zukunfts-Versprechen jugendfrischer „Harvard-Brainis“, sondern konkretes commitment mit Unternehmen über Ergebnisse und Wandel.
Dabei stehen laut Brand-Index Umsatz und Markenkraft von Unternehmens-beratungen fast in einem umgekehrt proportionalen Verhältnis. Während Beratungen wie gedas, SchlumbergerSema, Atos Origin und Plaut an ihrer Umsatzgröße gemessen in der ersten Hälfte der Top25-Beratungsunternehmen liegen, fallen sie bezogen auf ihr Rating als Marke in die zweite Hälfte. Diese IT-Beratungsunternehmen und Systemintegratoren sind teilweise in den Consultingmarkt neu eingetreten und stehen in ihrer Markenwerdung erst am Anfang. Umgekehrt steigen die Management-beratungen, die nach Umsatz nur die Ränge 13 bis 25 einnehmen, in die Reihen der führenden Marken auf. Die höchsten Sprünge in der umgekehrten Korrelation zwischen Umsatz und Markenkraft verzeichnen dabei A.T.Kearney, BCG, Droege, SimonKucher und Stern Stewart. Bei den ehemals WP-orientierten Beratungen wie Accenture, BearingPoint, CGEY und IBM Global Services stimmen die Positionen nach Umsatz und Markenkraft weitestgehend überein. Für diese Unternehmen sowie für IT-Beratungshäuser wird in Zukunft insbesondere bei großen outsourcing- Projekten die Chance bestehen, sich weiter zu profilieren.
Nach Einführung soll der Höselbarth-Lay-Index für Unternehmensberatungen in zweijährigen Zyklen durch empirische Umfragen erneuert werden. Der neue Markenindizee ergänzt die Listen, in den Unternehmensberatungen nach den Kenngrößen Umsatz und Anzahl der Mitarbeiter jährlich bewertet werden. Der neue Brand-Index für Unternehmensberatungen überwindet auch die Trennung zwischen Managementberatungen und IT-Beratungs- sowie Systemintegrations-Unternehmen. Ein Branchen-Index der Unternehmensberatungen ist in Vorbereitung und wird in Kürze erscheinen.

Der Entwicklung des neuen Index für Beratungs-Marken durch Frank Höselbarth und Rupert Lay ging die gemeinsame Herausgabe von zwei Beratungsbüchern voraus. Das erste Buch „Die Berater“ wurde von ihnen gemeinsam mit José Ignacio López de Arriortúa herausgegeben im F.A.Z.-Institut im Jahr 2000; „Branding für Unternehmensberatungen. So bilden Sie eine Wissensmarke“ erschien 2001 in der Zusammenarbeit mit Jean-Christophe Ammann im Campus-Verlag, Frankfurt/New York. Die Autoren leben in Frankfurt am Main.

Ihr Ansprechpartner:
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